Udo Schirpke Zu Amateurastronomie in Sachsen.

Vorangestellt sei, wie bei Beobachtungen der Sonne mittels optischer Geräte üblich, eine Warnung! Ein Hindurchschauen, durch ein auf die Sonne eingestelltes Fernrohr führt zu ernsten Schäden an den Augen! Niemals durch ein Fernrohr die Sonne beobachten, wenn man nicht Vorsorge zum Schutz der Augen getroffen hat! Es gibt bestimmte Sonnenfilter, die vor das Objektiv des Teleskopes gesetzt werden müssen und die Lichtintensität erheblich reduzieren. Zusätzlich werden noch Okularfilter zur "Feinabstimmung" verwendet.

Ein praktisches Verfahren zur Sonnenfleckenbeobachtung ist die sogenannte "Projektionsmethode". Dabei erfolgt die Projektion des Sonnenbildes auf eine glatte Fläche hinter dem Okular des Fernrohres. Siehe dazu auch die Seite von Thomas Nitsche und einige Aufnahmen mit einer Videokamera von der Sonne.
Notfalls reicht auch ein "Klemmbrett" mit einem Blatt Papier. Auf dieses wird ein Kreis mit einem Durchmesser von ca. 10 cm gezeichnet. Dann einfach das "Klemmbrett" hinter das Fernrohrokular halten. Den Abstand zum Okular korrigiert man noch dahingehend, daß das Bild der Sonne den Kreis auf dem Papier voll ausleuchtet. Sicherlich wird das Sonnenbild noch scharfzustellen sein. Zur Erhöhung des Kontrastes des Sonnenbildes sollte zusätzlich eine Pappe mit einem Loch in der Mitte (Durchmesser des Okularauszuges) als Blende am Okularauszug befestigt werden. - Spezielle Sonnenprojektionsschirme für die unterschiedlichsten Teleskope gibt es natürlich auch zu kaufen.- Bei Vorhandensein von Sonnenflecken sind diese nun schön zu erkennen. Nicht zu jeder Zeit sind gleich viele und gleich große Sonnenflecken zu sehen. Manchmal sind sogar bei der Beobachtung mit einem kleinen Fernrohr gar keine Sonnenflecken zu finden. Das macht die Sonne für den Amateurastronomen so interessant. Nebenbei bemerkt, hier lassen sich noch "richtig wichtige" Beobachtungen anstellen, die gern von entsprechenden Stellen entgegengenommen, aufbereitet und weiterverwendet werden.
Mit Hilfe einer Gradnetzschablone und der Beobachtung der Sonne über die Projektionsmethode kann man von den Sonnenflecken auch die Koordinaten auf relativ einfache Art bestimmen.
 

Ausschnitt links:

Dieses Bild habe ich mit dem R. 50/540 bei 34facher Vergrößerung am 05. 02. 1982 aufgenommen.
(Leider sind auf diesem Bild auch kleinere Fehler, die vom Entwickeln des Filmes herrühren. Als "gelernter DDR-Bürger" hat man auch die Bilder selbst entwickelt und vergrößert.)
 


Ausschnitt rechts unten:

Dieses Bild zeigt die Sonne am 25.03.1982, 12:48 Uhr. Belichtet wurde auf einen NP15. Ich verwendete den R. 50/540 mit 16-mm-Huygens-Okular (34fache Vergrößerung), Okularsonnenfilter und eine Belichtungszeit von 1/175 sec.
 


Ein etwas neueres Bild ist auf der linken Seite. Es stellt die Sonne bei der Sonnenfinsternis am 11. 08. 1999 um 13:30 Uhr dar. Es ist mit einem 210-mm-Tele bei 1/2000 sec Belichtungszeit entstanden.
Schön ist auch die recht dichte Bewölkung zu erkennen, die an diesem Tag an meinem Beobachtungsstandort herrschte. Etwa zur Mitte der Finsternis war gar keine Wolkenbewegung mehr wahrzunehmen. Erst mit dem Voranschreiten des Austrittes lockerte die Bewölkung dann etwas auf.

Zu Sonne mit Webcam

Stand: 05. Juni 2002.
Erstellt am: 02. Februar 1999.
© 1999 Udo Schirpke.